Thomas Rademacher - 99086 Erfurt

 

4. Februar 2000

An die JOYCE-User-AG e.V.

Hallo Werner,

Danke für Deinen Brief. Anbei auf jeden Fall schon einmal die PC-Disketten.

Über kurz oder lang hätte ich Dich auch angeschrieben. Wolfgang Haller vom Spectrum-Profi-Club machte mich auf Euren Club aufmerksam. Mein erster privater Computer (von einem programmierbaren Taschenrechner abgesehen) war ein KC compact, der einem CPC 464, aber mit BASIC 1.1, entspricht und mit Diskettenerweiterung dem 6128 ebenbürtig ist. Zwar fehlen die Tasten F5 - F9, aber dafür ist die Standard-Diskettengröße 5 1/4", das Format ist vermutlich dem XD-DOS nachempfunden, die Vortex-Probleme treten jedenfalls nicht auf.

Mittlerweile habe ich recht viele CPC-Zeitschriften, daher ist mir der Joyce auch nicht völlig unbekannt.

 Den Amstrad-Computern halte ich weiterhin die Treue, zwar steht auch bei uns inzwischen der wohl unvermeidliche IBM-Kompatible, aber auf dem emuliere ich mit Marco Vieths Programm den CPC, schreibe diesen Brief zum Beispiel unter Matthias Uphoffs CONTEXT.

Ich habe auch einmal den Versuch unternommen, einen CP/M-Bascoder zu schreiben, allerdings bin ich mangels Kenntnissen kaum über den BasiCode-Standard 2 hinausgekommen, das heißt, mit Grafik und Sound ist nicht viel zu wollen. Anderseits sind Grafik (vielleicht auch farbig) und Sound eher untypisch für CP/M-Computer. Mit der Grafik ließe sich möglicherweise noch etwas erreichen, ich habe aber keine Ahnung, welche Verbreitung GSX noch gefunden hat, ob es wegen der Verdrängung durch MS-DOS eine Sackgasse wurde

Das Problem ist, offenbar habe ich dummerweise das Original meiner Bemühungen weggeschickt, ohne eine Kopie hierzubehalten. Kannst Du beim KC-Club anfragen, ob sie Dir eine Kopie schicken können? Die Adresse ist: 

Frank D. - Löbau

Ich würde auch das Ganze noch einmal zusammenbasteln, aber da es ohnehin nur den 2er-Standard erfüllen kann, bin ich nicht so motiviert ... Ich schicke aber den CPC-Bascoder als ASCII-File mit, den hatte ich als Grundlage genommen. Vielleicht ist in eurem Club ein Fuchs, der mit GSX auch noch die Grafik-Sachen hinkriegt?

Gegen eine Veröffentlichung meiner Beiträge (Diskette 1) habe ich nichts, dafür habe ich sie schließlich geschrieben, Honoraransprüche erhebe ich auch nicht, doch ein Belegexemplar wäre nett.

Ebenso ist die Veröffentlichung der BasiCode-Programme frei, es sollen nur die Programme (insbesondere auch die Autor-Angaben) nicht verändert werden, zum Geldverdienen darf man sie auch nicht mißbrauchen (doch das ist heute wohl ohnehin illusorisch).

Da sich die Resonanz auf meine Annoncen in Grenzen gehalten hat (Du bist der zweite, der überhaupt schreibt), du dich aber auch für weitere Verbreitung engagieren willst, will ich auch keine Überweisung oder Briefmarken für die vergleichsweise geringen Unkosten.

Auch gegen eine leichte redaktionelle Bearbeitung meiner Beiträge habe ich nichts, der Sinn soll erhalten bleiben, doch die CPC-Lastigkeit, die sicher darin steckt, kann ruhig im erforderlichen Maß reduziert werden.

Das soll es schon gewesen sein, damit der Brief heute noch weggeht, viele Grüße und melde Dich ruhig wieder,

Thomas

 

 




Thomas Rademacher ... Erfurt, den 27. Februar 2000

Hallo Werner

danke für Deinen Brief

Ich finde es großartig, daß Du das Thema BasiCode ins Internet stellen willst. Meine Adresse kannst Du dort ruhig angeben, und die BasiCode-Programme zum Download anzubieten, dagegen spricht nach meiner Einschätzung auch  nichts, die Öffentlichkeitswirksamkeit ist doch eins der Ziele des BasiCode-Konzepts. Zwar hat sich die Stiftung aufgelöst, aber ich denke, an ihre Regeln sollte  man sich weiter halten. Die Programme dürfen nicht zur  Erzielung eines eigenen finanziellen Nutzens mißbraucht werden  und sollen nicht verändert werden, insbesondere die Autorangaben. Entsprechend schätze ich es für  die Bascoder ein, denn ohne Bascoder nützen einem ja die BasiCode-Programme nicht viel. Was wohl  nicht geht, ist z.B. BASICA.EXE  in der wohlgemeinten Absicht mit  anzubieten, daß PC-Nutzer VB und  vielleicht noch QBasic haben,  aber kein zeilenorientiertes Basic mehr. Das könnte wohl Ärger  mit Microsoft oder anderen bringen.   Auf jeden Fall hat mich Dein Internet-Angebot motiviert, meinen inneren Schweinehund zu überwinden und endlich wieder etwas Zeit zu investieren (deswegen hat die Antwort diesmal auch ein bißchen länger gedauert) und doch noch einmal einen CP/M-Bascoder zu entwerfen. Möglicherweise ist er sogar gelungener als der, den ich an den KC-Club geschickt habe, hier noch ein paar erläuternde Worte.

Der eigentliche Bascoder ist BASCODER.BAS (damit das MERGEn klappt, in ASCII-Form abgespeichert). Um nicht immer das Handbuch suchen zu müssen, können die Kommentare (COMMENTS.BAS) hinzugeMERGEt werden. Dort sind in REM-Zeilen in normaler Schreibweise die Aufgaben der Subroutinen angegeben und in Blockschrift Erläuterungen, wenn die Umsetzung nur teilweise oder gar nicht möglich ist.

 Das Ergebnis ist mehr als BasiCode 2 (das endet nach den Druckerroutinen und hat auch noch nicht Zeile 950 zum Beenden), aber weniger als BasiCode 3: zwar ist die Arbeit mit Dateien (von den Punkten 0 bis 7 im Manual habe ich nur 4 und 5 eingearbeitet) umgesetzt, ein Diskettenlaufwerk kann ich beim CP/M-Benutzer voraussetzen, doch einen Kassettenspeicher nicht unbedingt, aber für Grafik braucht man GSX (was  ich nur aus Zeitschriften vom Hörensagen kenne) oder Entsprechendes, dann kann man aber sicher  auch gleich Version 3C umsetzen,  vielleicht habt Ihr so einen Freak in Euren Club? Sound wird  außer ^G von CP/M überhaupt nicht  unterstützt, oder täusche ich mich da? Bestimmt kann man auch  die Abfrage der F-Tasten noch berücksichtigen, aber hier weiß ich  auch nicht, was Standard und was  hardwareabhängig ist.   Weil ich zum Thema BasiCode recht  spät gestoßen bin, als der Boom schon lange vorbei war, und noch  viel später erst von der Farbversion erfuhr, konnte ich nirgendwo  die Version 3C für den CPC auftreiben, für den KC 85 hatte ich  sie und für den DOS-PC auch. Da  entschloß ich mich, anhand dieser  Vorlagen selbst eine Farberweiterung zum BasiCode 3 zu schreiben, bei dieser habe ich, deswegen fällt es mir gerade ein, die Abfrage der F-Tasten mit umgesetzt. Ob es aber viel Sinn hat, ist eine andere Frage, denn nicht alle Heimcomputer, auf denen man BasiCode nutzen kann, haben auch F- Tasten.

Als Nächstes will ich endlich die neue, illustrierte Auflage des Manuals druck- bzw. kopierfertig bekommen, das Layout mit Lücken für die Bilder habe ich schon so weit fertig, ich muß nur noch Bilder aussuchen (zwei oder drei erst noch erstellen) und einsortieren, das sollte doch im März noch zu schaffen sein! Wenn die Resonanz auf das Internet größer ist als die auf den CF, selbst traue ich mich leider nicht so ran, sollen für die Interessenten doch auch schöne Handbücher vorrätig sein.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Testen von BasiCode unter CP/M, macht was draus, Urheberrechte behalte ich mir nicht vor, vielleicht fühlt sich auch jemand animiert, einen Bascoder in Mallard-Basic zu schreiben ... ?

           Viele Grüße ... Thomas

 

 

Hallo Thomas,

vielen Dank für Deinen Brief und Programmdisk vom 27. Februar d.J. !

In der Zwischenzeit habe ich schon eine Domain eingerichtet ...

   ...  http://www.basicode.de

Ist aber noch nichts drauf. Weiteres wird bei mir erst einmal etwas auf Halde liegen müssen – chronischer Zeitmangel. Wann geht es weiter ? Du wirst es merken, wenn Du unsere Klubzeitung in Händen halten wirst (kann nicht mehr allzulange dauern ... nur noch drei vier Jahre ... hahaha – nein Wochen). Danach werde ich die Sachen ins Internet stellen.

Mit der Klubzeitung werde ich die Mitglieder von Deinem Projekt und unserer Unterstützung unterrichten und vielleicht findet sich dann auch ein Freak, der Lust hat mitzuarbeiten, zu programmieren oder was weiß ich.

Bis dahin liebe Grüße aus NORDhessen   ... Werner

P.S. Wenn die Manuals fertig sind, darfst Du uns ruhig schon eines zusenden J






Erfurt, 9. März 2000

Hallo Werner, danke für Deinen Brief, mit der Antwort wollte ich warten, bis ich das Manual fertig habe. Wie Du siehst, ist das geschafft. Gar nicht so leicht, halbwegs ordentlich zu layouten ...

Anbei auch Kopien von Kopien, die mir der Plus-4-Club, vielleicht war es auch das ZX-Team, mal geschickt hatte, so hast Du noch ein wenig historisches Material für die Gestaltung der Web-Site, die gewiß auch nicht so leicht ist, wie man sich es vielleicht vorstellen könnte.

Sicher wäre es gut, auf der Internetseite anzugeben, welche Clubs die BasiCode-Programme vorliegen haben, gut, das ist sicher nicht nötig, wenn die ASCII-Files zum Download bereitliegen, aber für welche Computer Bascoder verfügbar sind (siehe Rückseite Manual), könnte man aufzählen, fragen, ob jemand noch weitere kennt oder vielleicht selbst schreiben will, was gar nicht so schwer ist, soweit es nur um die GOSUBs geht. Knifflig wird es mit den Routinen zum Speichern und Lesen des BasiCode-Kassettenformats, hat man aber ein Diskdrive, nutzt man sicher dieses und verzichtet auf Kassettenbetrieb.

Ich habe ein bißchen in meinem Zeitschriftenarchiv gestöbert; das Mallard-Basic und das CP/M-Basic sind ja sehr ähnlich, da wäre es zum Joyce-Bascoder wirklich nicht mehr weit. Es fehlen nur noch hardwarespezifische Details: die Ermittlung der aktuellen Spalte des Cursors (GOSUB 120) und das Lesen eines Zeichens vom Bildschirm (GOSUB 220) Grafikroutinen sowie der Sound; soweit sich da was machen läßt.

Jetzt war ich doch ein bißchen neugieriger auf den Joyce, die Emulatoren-CD hervorgekramt und den PCW-Emulator installiert. Prompt war Schluß an der Stelle, wo die Abbilder der Boot-Disketten gefragt sind. Sitzt Amstrad da noch auf dem Copyright oder sind die mittlerweile (wie CPC- und Vortex-ROMs) freigegeben?

Das war’s auch schon wieder - heute - viele Grüße aus Erfurt  ...  Thomas